Private Krankenversicherung für Polizisten

PKV für Polizisten die beste Wahl?

Anja Glorius
Geschrieben von

Anja Glorius

Aktualisiert am

2. Januar 2024

Lesezeit
1 Minute
mehrWert - Die besten privaten Krankenversicherungen für Beamte

Polizisten sind in ihrem Berufsalltag mit vielen gefährlichen Situationen konfrontiert. Das Risiko, sich zu verletzen oder aus anderen Gründen auf medizinische Hilfe angewiesen zu sein, ist hoch. Deswegen erhalten Polizeibeamte von ihrem Dienstherrn besondere Zuschüsse zu anfallenden Gesundheitskosten. Inwieweit Polizisten finanzielle Unterstützung zur Finanzierung ihrer Krankenkassenbeiträge erhalten und was es rund um die private Krankenversicherung für Polizisten zu beachten gibt, erfährst du jetzt.

Das Wichtigste auf einen Blick 

  • Vollständige oder teilweise Übernahme der Gesundheitskosten für Polizisten: Bist du Polizeibeamter, übernimmt dein Dienstherr regelmäßig 50 bis 80 Prozent der Kosten, die für deine private Krankenversicherung anfallen. Alternativ können auch alle anfallenden Kosten übernommen werden

  • Besondere Versicherungstarife für Polizisten: Private Krankenversicherungen halten Spezialtarife für Polizisten bereit. Die PKV kostet dich so nur noch ab 150 Euro im Monat

  • Verlässlicher Versicherungsschutz im Alter: Mit Eintritt in den Pensionsstatus erhalten Polizeibeamte besonders umfangreiche Beihilfen. Sie müssen daher nicht fürchten, sich die PKV im Alter nicht mehr leisten zu können 

Darum ist eine private Krankenversicherung für Polizisten sinnvoll

Wie alle anderen in Deutschland lebenden Personen benötigen auch Polizisten eine Krankenversicherung – schließlich gilt in Deutschland Versicherungspflicht. Aufgrund des besonderen Risikos, das viele Polizisten bei Ausübung ihres Berufes tragen, beteiligt sich der Dienstherr an den für die Krankenversicherung anfallenden Kosten. Die Kostenbeteiligung gilt auch für eine private Krankenversicherung – und macht diese für Polizisten so besonders kostengünstig und sinnvoll.

Welche finanzielle Unterstützung Polizisten bei der Finanzierung ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) oder gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhalten, hängt es von der Art des Anstellungsverhältnisses ab.

Verbeamtete Polizisten und Polizeianwärter

Verbeamtete Polizisten oder Beamtenanwärter erhalten freie Heilfürsorge oder Beihilfe zur Finanzierung ihrer Gesundheitskosten. Konkret bedeutet das: Im Rahmen der Heilfürsorge übernimmt der Dienstherr alle Kosten, die im Kontext der Gesundheitsversorgung anfallen. Erhalten Beamte Beihilfe, übernimmt der Dienstherr regelmäßig etwa 50 Prozent der Gesundheitskosten. Für die Restkosten müssen Polizisten selbst aufkommen.

Obwohl Polizeibeamte, die Beihilfe erhalten, einen Teil ihrer Krankenkassenkosten selbst tragen müssen, lohnt sich die PKV für sie meistens. Das hängt damit zusammen, dass die Beihilfeleistungen nur dann gezahlt werden, wenn Beamte eine private Krankenversicherung wählen. Entscheiden sie sich für die GKV, ist das in der Regel deutlich teurer. Hier ist das Beihilfe- und Restkostenabsicherungsprinzip nämlich nicht anwendbar, sodass Polizeibeamte die Krankenkassenkosten vollständig allein zahlen müssen. Etwas anderes gilt nur in Bundesländern, die ein pauschale Beihilfe, die eine Bezuschussung der GKV ermöglicht, anbieten. Auch in diesen Bundesländern überwiegen die Vorteile der privaten Krankenversicherung für Beamten jedoch meist.

Polizisten ohne Beamtenstatus

Es gibt wenige Polizisten, die nicht verbeamtet sind, sondern in einem Angestelltenverhältnis stehen. Gehörst du zur Gruppe der angestellten Polizisten, gelten für dich Sonderregelungen, wenn es um die Krankenversicherung geht:

Anders als deine verbeamteten Kollegen und Kolleginnen kannst du dich nicht einkommensunabhängig für die PKV entscheiden. Vielmehr hast du die Wahl zwischen privater Krankenversicherung und GKV nur dann, wenn du jährlich mindestens 69.300,00 Euro brutto verdienst (JAEG, Stand 2024). Liegt dein Gehalt unter dieser Grenze, musst du dich in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichern.

Hier gilt: Je höher dein Verdienst, desto höher fallen auch deine Krankenversicherungsbeiträge aus. Allerdings beteiligt sich dein Arbeitgeber an den Kosten und übernimmt die Hälfte.

Beihilfe oder Heilfürsorge?

Ob ein Beamter Heilfürsorge oder Beihilfe erhält, hängt von den Regelungen des Bundeslandes ab, in dem er seinen Dienst leistet.

Das sollten Polizisten rund um ihre private Krankenversicherung beachten

Die Vorschriften und Regelungen zu Beihilfe und Heilfürsorge sind komplex und unterscheiden sich je nach Bundesland. Konkrete Fragen hierzu sollten im Rahmen einer Expertenberatung geklärt werden. Allerdings gibt es auch einige allgemeinere Punkte rund um die private Krankenversicherung für Polizisten, die sowohl von Beihilfe- als auch von Heilfürsorgeberechtigten beachtet werden sollten:

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Was kostet eine private Krankenversicherung für Polizisten?

Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien hat ermittelt, dass Polizeibeamte, die eine 50-prozentige Beihilfe erhalten, im Jahr 2020 durchschnittlich rund 288 Euro monatlich für ihre private Krankenversicherung bezahlt haben. Allerdings gibt es auch günstige Tarife, die ab 150 Euro monatlich zu haben sind. 

Was geschieht beim Ausscheiden aus dem Polizeidienst?

Der Wechsel aus dem aktiven Polizeidienst in den Ruhestand bringt für Polizisten einige Veränderungen mit sich. Diese betreffen neben dem Arbeits- und Lebensalltag auch die private Krankenversicherung von Polizisten. Welche Veränderungen sich für Beihilfe- sowie für Heilfürsorgeberechtigte Polizeibeamte ergeben, erfährst du jetzt.

Beamte mit Anspruch auf Heilfürsorge

Für Beamte mit Anspruch Heilfürsorge hat der Eintritt in den Ruhestand besonders spürbare Folgen: Ihr Anspruch auf freie Heilfürsorge fällt mit der Pensionierung weg. Stattdessen erhalten sie einen Beihilfeanspruch in Höhe von regelmäßig 70 Prozent.

Das bedeutet: Zwar können sich Beamte, die zuvor Heilfürsorge erhalten haben, auch im Pensionsalter in einem Tarif auf Beihilfebasis privat krankenversichern. Diese Veränderung kann problematisch sein. Das hat folgenden Grund:

Private Krankenversicherungen ermitteln ihre Beiträge nicht allein auf Grundlage der im gewählten Tarife enthaltenen Leistungen. Auch das Eintrittsalter des Versicherten sowie sein Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Gehst du mit 65 Jahren in Pension und wechselst in die private Krankenversicherung, zahlst du mehr als ein 25-jähriges PKV-Mitglied. Um hohe Kosten zu vermeiden, solltest du rechtzeitig eine Anwartschaftsversicherung abschließen.

Aufgabe der Anwartschaftsversicherung ist es, das Eintrittsalter des Versicherungsnehmers „einzufrieren“. Das bedeutet: Schließt du deine Anwartschaftsversicherung schon mit Eintritt in den Polizeidienst ab, musst du dir später keine Sorgen um die Gesundheitsprüfung machen. Es gilt in Zukunft der heutige Ist-Zustand deiner Gesundheit. Das hilft dir insbesondere bei einem Wechsel in die PKV bei Pensionsantritt, Beiträge zu sparen.

Beamte mit Anspruch auf Beihilfe

Bei Beamten, die Beihilfe erhalten, wird das Versicherungsverhältnis durch den Wechsel in den Ruhestand prinzipiell nicht berührt. Lediglich der Beihilfesatz steigt mit Übergang in den Ruhestand in der Regel auf 70 Prozent. Das bedeutet: Der ehemalige Polizeibeamte muss einen noch geringeren Teil seines Krankenkassenbeitrags aus eigener Tasche finanzieren.  

Die GKV ist meist keine gute Lösung für Polizisten

Polizeibeamte können sich unabhängig von ihrem Einkommen für eine private Krankenversicherung entscheiden. Erhalten sie Heilfürsorge, ist das erst ab Pensionseintritt nötig, da der Dienstherr zuvor die vollen, für die Gesundheitsfürsorge anfallenden Kosten übernimmt.

Bei Beamten mit Anspruch auf Beihilfe werden zumindest 50 Prozent der entstehenden Kosten übernommen. Das hat zur Folge, dass Polizisten für ihre private Krankenversicherung – wenn überhaupt – nur einen vergleichsweisen niedrigen Beitrag aus eigener Tasche zahlen. Gleichzeitig erhalten sie aber umfangreiche Leistungen von ihrem Versicherer.

Eine Mitgliedschaft in der GVK hingegen lohnt sich für Beamte meist nicht: Hier zahlen sie oft höhere Beitrage, erhalten aber weniger umfassende Leistungen. Sinnvoll ist die GKV lediglich für angestellte Polizisten, die sich aufgrund ihrer Einkommenshöhe nicht für die PKV entscheiden können.

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Häufig gestellte Fragen zur privaten Krankenversicherung für Polizisten

Kann sich jeder Polizist privat krankenversichern? 

Verbeamtete, beihilfeberechtigte Polizisten können sich für eine private Krankenversicherung entscheiden. Gleiches gilt für angestellte Polizisten, die jährlich über 69.300 Euro brutto verdienen (JAEG, Stand 2024). Wählen können Polizeibeamte dabei zwischen den sogenannten Restkostentarifen verschiedener Anbieter. Bei verbeamteten Polizisten mit Anspruch auf Heilfürsorge trägt der Staat beziehungsweise Dienstherr alle anfallenden Gesundheitskosten, sodass eine PKV erst im Pensionsalter erforderlich wird.

Gibt es spezielle private Krankenversicherungen für Polizisten?

Beamte können sogenannte Restkostentarife abschließen. Dabei handelt es sich um Tarife, die auf die unterschiedlichen Beihilfe- beziehungsweise Heilfürsorgeregelungen der Bundesländer und auf die Bedürfnisse von Polizisten zugeschnitten sind.

Was ist der Unterschied zwischen Beihilfe und freier Heilfürsorge?

Aufgrund des besonderen, zwischen Dienstherrn und Beamtem bestehenden Dienst- und Treueverhältnisses übernimmt der Dienstherr einen Teil der anfallenden Kosten Gesundheitskosten. Der Anteil, den der Dienstherr übernimmt, heißt „Beihilfe“. Erhalten Polizeibeamte hingegen „Heilfürsorge“, übernimmt der Dienstherr Gesundheitsaufwendungen komplett. Ob Polizisten Beihilfe oder Heilfürsorge erhalten, unterscheidet sich je nach Berufsgruppe, Bundesland, Stadt oder Gemeinde.